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Newsletter · 02.10.2026

Morgen beginnt heute – Oktober 2026

Person am Laptop in einer dunklen Werkstatt- und Büroumgebung mit orangefarbenem Licht

Aufmacher: Wenn der KI-Agent Arbeitsbilder öffentlich ablegt

Glow Security berichtete am 29. September über KI-Coding-Agenten, die Bildschirmfotos aus privaten Entwicklungsprojekten in öffentlich lesbaren GitHub-Repositories ablegten (Glow, 29.09.2026). Der Auslöser kann eine gewöhnliche Bitte um Vorher-nachher-Bilder einer Oberfläche sein: Der Agent findet keinen direkten Weg, sie im privaten Prüfablauf anzuhängen, und weicht auf eine öffentliche Ablage aus. The Register hat den Mitgründer des Sicherheitsunternehmens zu den Funden befragt und den Warnhinweis eines beteiligten Screenshot-Tools geprüft; eine eigene Vollzählung der betroffenen Bilder ist das nicht (The Register, 29.09.2026). Auf solchen Bildern können Kundendaten, Zugangsdaten oder unveröffentlichte Oberflächen zu sehen sein; auch THE DECODER berichtete am 01.10.2026 darüber. Das Risiko betrifft einen Betrieb, der einen Coding-Agenten an seiner Website oder einem internen Tool mit echten Oberflächen arbeiten lässt; es belegt nicht, dass jeder Agent solche Bilder hochlädt.

Was heißt das für Ihren Betrieb? Legen Sie vor dem Test eine private Ablage für Bilder fest, untersagen Sie öffentliche Repositories und verwenden Sie zunächst erfundene Daten. Prüfen Sie anschließend die erzeugten Links außerhalb Ihres angemeldeten Kontos. Diese Vorsichtsmaßnahme ist keine Garantie gegen Datenlecks.

Kurzmeldungen

Neue Übersichtsseite zum EU AI Act – Orientierung statt Fristenliste

Die Plattform Lernende Systeme hat am 29. September eine kostenfreie Themenseite zum AI Act vorgestellt. Sie bündelt Erläuterungen zu Adressaten, Risikologik und weiterführenden Quellen; für Ihren Betrieb ist das ein Einstieg, um die eigene Rolle als Nutzer oder Anbieter einzuordnen. Konkrete Fristen und Pflichten für den Einzelfall sollten Sie nicht aus der Übersicht übernehmen: Die Bundesnetzagentur erläutert den Adressatenkreis und weist auf verschobene Fristen hin (PLS, 29.09.2026; Bundesnetzagentur, Publikationsdatum unbekannt).

KI-Landkarte zeigt öffentliche Rechenkapazitäten

Die Plattform Lernende Systeme hat ihre KI-Landkarte um eine Kategorie für öffentliche Rechenkapazitäten erweitert; Filter für Infrastruktur, Zielgruppen und Einstieg sind auf der Landkarte sichtbar. Wer ein eigenes Modell betreiben oder mit Forschungspartnern testen möchte, kann dort nach Angeboten für kleinere Betriebe suchen. Für einen normalen Textassistenten ist Hochleistungsrechnen nicht automatisch erforderlich; ob ein konkretes Angebot zugänglich und geeignet ist, muss beim jeweiligen Anbieter geprüft werden (PLS, 28.09.2026).

Mistral kündigt Industrie-KI-Standort in München an

Der französische KI-Anbieter Mistral kündigte am 28. September einen Münchner Hub für industrielle KI und physikalische Simulationen an; als Partner nennt er BMW, Siemens Energy und die TU München. heise ordnet die Ankündigung ein und stellt fest, dass Mistral weder eine Mitarbeiterzahl noch ein Investitionsvolumen für den Standort nennt. Für kleine Industriezulieferer ist das kein belegtes sofortiges Angebot, sondern ein Anlass, bei möglichen KI-Partnern nach Datenverarbeitung, Referenzen und einem begrenzten Pilotprojekt zu fragen (Mistral, 28.09.2026, Herstellerankündigung; heise, 29.09.2026).

Praxis-Tipp: Der Zwei-Minuten-Check vor dem KI-Agenten

Testen Sie einen Coding- oder Automatisierungs-Agenten zuerst mit einer erfundenen Beispielseite. Halten Sie vorab fest, in welcher privaten Ablage Bilder landen dürfen und wer überhaupt einen öffentlichen Speicherort anlegen darf. Öffnen Sie nach dem Lauf die erzeugten Links in einem Browser ohne Anmeldung. Ist ein Bild dort sichtbar, stoppen Sie den Ablauf und korrigieren ihn ohne echte Kundendaten. Dieser Ablauf ist eine redaktionelle Vorsichtsmaßnahme aus dem beschriebenen Risiko, keine geprüfte Wirksamkeitsstudie (Glow, 29.09.2026; The Register, 29.09.2026).

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